Kosten

Allgemein
Die Art und Höhe der Gebühren bestimmen sich nach unterschiedlicher Kriterien. Unter anderem ist sowohl das Rechtsgebiet als auch die Art der Tätigkeit von Bedeutung. Der Umfang der Tätigkeit spielt dagegen in aller Regel lediglich für die Bestimmung des Gebührenrahmens eine Bedeutung (hierzu: siehe unten).

Ferner bestimmt sich die Höhe der Gebühren nach dem sog. Gegenstandswert. Dieser wiederum ist ebenfalls von der Art der Angelegenheit abhängig. Eine Forderungsangelegenheit (z.B. Forderung offenstehenden Mietzinses) ist dabei anders zu beurteilen als eine familienrechtliche Angelegenheit.

Verbleibt es bei einem bloßen ersten Beratungsgespräch und ist der Auftraggeber Verbraucher, so beträgt die Beratungsgebühr nach § 34 Abs. 1 S. 3 RVG maximal 190,00 Euro zuzüglich Auslagen und Umsatzsteuer.

Sowohl bei der Beratungsgebühr als auch bei der außergerichtlichen Wahrnehmung Ihrer Interessen bestimmt sich der Gebührenrahmen nach Kriterien wie Umfang und Schwierigkeit der anwaltlichen Tätigkeit, Bedeutung der Angelegenheit für den Rechtssuchenden sowie Einkommens- und Vermögenssituation des Auftraggebers.

Diese Ausführungen sollen Ihnen lediglich einen ersten Eindruck verschaffen. Die Einzelheiten werden im Rahmen des Erstgespräches erörtert.

Vergütungsvereinbarung
In Abweichung zu den oben genannten Kriterien kann auch eine sog. Vergütungsvereinbarung getroffen werden. Dies bietet sich insbesondere bei der dauerhaften Beratung und Interessenwahrnehmung von Unternehmen, Freiberuflern und anderweitigen Institutionen an.

Vorschuss
Gemäß § 9 RVG kann der Rechtsanwalt von seinem Auftraggeber einen angemessenen Vorschuss verlangen. Dies hat sich auf beiden Seiten bewährt. Der Rechtsanwalt läuft in diesem Fall nicht Gefahr, seinen Gebührenanspruch gegen seinen Auftraggeber (notfalls gerichtlich) durchsetzen zu müssen und der Auftraggeber kann den Gebührenanspruch in Abschlägen erstatten.

Kostentragungspflicht der gegnerischen Partei
Gegebenenfalls ist auch die Gegenseite verpflichtet, die anwaltlichen Kosten zu tragen. Befindet sich die Gegenseite beispielsweise in Verzug, hat also Ihren Anspruch nicht fälligkeitsgerecht erbracht, hat sie grundsätzlich die Kosten meiner Inanspruchnahme zu tragen.

Im Rahmen eines Rechtsstreits trifft die Kostentragungspflicht diejenige Partei, welche mit ihrer Klageforderung nicht durchdringt bzw. die sich nicht erfolgreich gegen eine Inanspruchnahme verteidigen konnte. Im Übrigen, wenn also von einem teilweise Obsiegen und Unterliegen auszugehen ist oder die Angelegenheit einvernehmlich gelöst wird, kommt die Bildung einer Kostenquote in Betracht (z.B. 70 % der Kosten trägt der Beklagte und 30 % der Kosten trägt der Kläger).
Besonderheiten gelten vor allem für das Arbeitsrecht. Die Kostenerstattungspflicht des Gegners gilt hier nur eingeschränkt. Besonders wichtig ist es daher, im Vorfeld über Chancen und Kosten zu sprechen.

Rechtsschutzversicherung
Sollten Sie eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben, lässt sich zunächst Ihren Vertragsbedingungen entnehmen, welche Rechtsgebiete abgedeckt sind. Ebenso besteht die Möglichkeit, vorab telefonisch eine Anfrage an das Versicherungsunternehmen zu richten. Überdies sollte auch geklärt werden, ob und in welcher Höhe eine Selbstbeteiligung vereinbart wurde. Sobald uns die Versicherungsscheinnummer oder die Schadennummer vorliegt, werden wir meinerseits eine Deckungsschutzanfrage an die Versicherung richten.